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Kirche Lichtblicke
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Ein Blick in die Geschichte


Bereits in der Eisenzeit war das Gebiet der Gemeinde Andiast bewohnt, wie Grabfunde belegen.
Urkundlich wird Andiast  erstmals im sogenannten „Testament des Tello“ aus dem Jahre 765 erwähnt und in karolingischer Zeit ist hier ein Gutshof nachgewiesen.
Seit wann es hier eine Kirche oder Kapelle gegeben hat, muss offen bleiben.
Die erste urkundlich gesicherte Erwähnung einer Kirche datiert von 1491, doch ist der noch heue bestehende Kirchturm wesentlich älter: Er enstand in frühromanischer Zeit.
Die Kirche von Andiast war ursprünglich eine Filialkirche der Pfarrei Waltensburg und 1526 , etwa zur Zeit als Waltensburg zur Reformation übergeht, wird Andiast eine selbständige Pfarrei.
Der mittelalterliche Bau wird später durch eine barocke Kirche ersetzt, die 1716 geweiht wird, wobei der mittelalterliche Turm erhalten bleibt.
Im Jahre 1939 wird die Kirche umfassend renoviert (u.a. Renovation des Hochaltars und der zwei Seitenaltäre unter Verwendung von Teilen, die von auswärts stammend hinzugefügt wurden)  und gegen Westen verlängert sowie die Vorhalle errichtet. Damals war Luregn Mattias Vincenz, ein Bürger von Andiast, Bischof von Chur, der die Kirchenrenovation seines Heimatdorfes unterstützt.
Andiast ist heute ein Dorf mit etwa 220 Einwohnern, von denen mehr als 90 % katholisch sind. Zur Pfarrei gehören auch die in Waltensburg wohnhaften Katholiken. Offizielle Sprache ist das Romanische (Romontsch Sursilvan), welches auch Gottesdienstsprache ist.  

Hinweis: Die Pfarrkirche ist in der Regel tagsüber zum Gebet und Besuch geöffnet, Kirchenführungen sind nach vorheriger Vereinbarung mit dem Pfarramt möglich (Kontaktmöglichkeiten siehe am Ende unter der Rubrik "Gottesdienste").

 

 

Unsere Kirchenpatrone: Julitta und Quiricus (Fest: 16. Juni)

Seit dem 15. Jahrhundert sind Julitta und Quiricus (romanisch: Sontga Gialetta e sogn Curicus) als Patrone der Andiaster Kirche nachgewiesen.  Jedes Jahr feiert die Pfarrei Andiast ihre Kirchenpatrone an einem Sonntag Mitte Juni mit der sogenannten Perdanonza. Nach der Festmesse in der Pfarrkirche findet die feierliche Prozession durch das Dorf statt unter Mitwirkung der Dorfvereine (u.a. Kirchenchor, Musikgesellschaft und Jungmannschaft). Hierbei werden die Statuen der Patrone mitgetragen.  Auch das Gemeindewappen von Andiast zeigt die Patrone der Kirche und des Dorfes (Darstellung: Mutter mit Kind an ihrem Arm und Schwert als Zeichen des Märtyrertodes).

In der Deutschschweiz ist dieses Patronat wohl singulär, im Tessin jedoch finden wir einige Kirchen und Kapellen mit dem gleichen Patrozinium (u.a. Daro ob Bellinzona und Minusio bei Locarno) und in Italien gibt es eine ganze Reihe von Kirchen mit diesen Heiligen als Patronen. Auch in der Ostkirche werden Julitta und Quiricus verehrt. 

Der Überlieferung nach lebte die christliche Mutter Julitta mit ihrem Sohn Quiricus um die Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert in Kleinasien. In der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian flohen sie aus ihrer Heimatstadt Ikonium nach Tarsus (der Heimatstadt des Apostels Paulus). Dort wurden sie vor den Richter gezerrt,  der zuerst Julittas Sohn dem christlichen Glauben abspenstig machen wollte, als dieser sich weigerte, tötete er diesen vor dem Richterstuhl, danach liess er auch die Mutter, die ihrem Glauben an Christus treublieb, hinrichten. 



Blick auf die Pfarrkirche



Blick in den Chorraum

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